Über das Projekt
Forschungsansatz und Ziele
Desinformation und Fake News gehören zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Auffällig dabei ist: Gerade Jugendliche und junge Erwachsene überschätzen oft ihre eigene Fähigkeit, manipulierte Inhalte wie Deepfakes im digitalen Alltag sicher zu erkennen. Um diese Zielgruppe effektiv zu sensibilisieren, greifen klassische, top-down vermittelte Aufklärungsangebote oft zu kurz.
Hier setzt das Forschungsprojekt MuMaSens (Mündigkeit statt Manipulation) an. Unser Ziel ist es, junge Menschen durch adaptive, interaktive Formate zu stärken und ihnen Kompetenzen zur kritischen Reflexion digitaler Informationen zu vermitteln.
Partizipative Entwicklung: Mit der Zielgruppe, nicht nur für sie
Bisherige Ansätze zur Sensibilisierung bleiben oft unpersönlich, da sie ohne direkte Mitgestaltung durch die Zielgruppe entwickelt wurden. MuMaSens geht einen anderen Weg und setzt konsequent auf Co-Creation. In Ideation-Workshops erarbeiten wir gemeinsam mit Schüler*innen der 8. bis 10. Jahrgangsstufe eigene Lösungsansätze und Interaktionskonzepte. Begleitet wird dies durch praxisorientierte Seminare mit Studierenden der Medien- und Informatikstudiengänge, in denen diese Ideen in technologische Prototypen übersetzt werden.
Wissenschaftliches Fundament: Inokulation und Serious Games
Statt rein auf komplexe Technologien zu setzen, fokussiert sich MuMaSens auf wissenschaftlich erprobte Wirkmechanismen:
- Inokulationstheorie (Prebunking): Wir nutzen das Prinzip der „psychologischen Schutzimpfung“. Indem Nutzer*innen die Mechanismen von Desinformation spielerisch selbst anwenden (z.B. in interaktiven Installationen wie „FAKE IT TILL YOU MAKE IT“), lernen sie, manipulative Strategien in der Realität schneller zu entlarven.
- Gamification und Serious Games: Erste Projektergebnisse zeigen, dass die Zielgruppe niedrigschwellige, gamifizierte Ansätze – etwa auf mobilen Endgeräten – stark bevorzugt. Diese emotional und narrativ relevanten Lernerfahrungen verankern das Wissen nachhaltiger als klassische Lehrmethoden.
Evaluation und Transfer (OER)
Die entwickelten Konzepte und Prototypen werden nicht im Labor isoliert, sondern in direkter Kooperation mit regionalen Schulen kontinuierlich erprobt und evaluiert. Um einen nachhaltigen Beitrag zur Medienkompetenzförderung zu leisten, werden die finalen Ergebnisse des Projekts als Open Educational Resources (OER) veröffentlicht. Dies ermöglicht Bildungseinrichtungen, Lehrkräften und der außerschulischen Jugendarbeit eine kostenfreie Nutzung und Weiterentwicklung der Materialien.
